Angekommen
Vor vier Wochen war es für mich endlich soweit. Nach einem bescheidenen Referendariat, diversen Zeitverträgen, einem Exkurs zu einem Schulträger und dem Wechsel des Bundeslandes und der Schulform, bin ich endlich angekommen. Ich bin jetzt Beamter auf Probe und an einer Schule, an der ich mich sehr wohl fühle.
Keine Existenzängste mehr, kein Bangen um neue Verträge, keine unangenehmen Gespräche über die Zukunft an einer Schule.
Ich habe auf dem Weg viel gelernt, über mich und kollegiale Strukturen, über die Zwänge in der Schule und im System, über Menschen jeden Alters und über Angst.
An diesen Worten sitze ich schon ein paar Wochen. Versteht mich nicht falsch, ich bin glücklich und dankbar. Meiner neuen Rektorin, dass sie mir das Vertrauen geschenkt hat, mich an diese Stelle zu holen. Meinem letzten Chef, der mich für meine Berufung früher aus dem Vertrag gelassen hat. Meinem Kollegium, das mich aufgenommen hat. Meiner Konrektorin, die mir Verwaltungsaufgaben zutraut, die ich mir nicht zugetraut hätte.
Gleichzeitig bin ich aber auch müde und erschöpft. Diese Reise hätte einfacher sein können, müssen und dürfen. So viel Zeit und Energie ist in diesem Prozess verschwendet worden, die ich gerne in meine Schüler:innen investiert hätte.
Das Schuljahr hat angefangen und ich habe eine 5. Klasse als Co. Übernommen, erholen kann ich mich also erstmal nicht. Ich kann mich aber auf das konzentrieren, weswegen ich den Beruf gewählt habe.
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